Am Wasser
Wer in Sachsen angelt, muss die gesetzlichen Schonzeiten und Mindestmaße kennen. Hier findet ihr alle Regelungen der Sächsischen Fischereiverordnung (SächsFischVO) übersichtlich zusammengefasst – für den Silbersee gilt zusätzlich immer die Gewässerordnung des Anglerverbands Leipzig e.V.
Warum Schonzeiten?
Schonzeiten schützen die Fische während der Laichzeit. So kann sich jede Art mindestens einmal im Leben fortpflanzen – die Grundlage für gesunde Bestände in unseren Gewässern.
Warum Mindestmaße?
Das Mindestmaß stellt sicher, dass nur geschlechtsreife Fische entnommen werden. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse. Untermaßige Fische werden schonend zurückgesetzt.
Wichtig zu wissen
Vereine und Pächter dürfen strengere Regeln festlegen als das Gesetz. Es gilt immer: erst die Gewässerordnung prüfen, dann angeln. Verstöße können Bußgelder und den Verlust des Fischereischeins nach sich ziehen.
Übersicht
Schonzeiten und Mindestmaße im Überblick
Einfach den Namen der Fischart ins Suchfeld eingeben – die Tabelle filtert sich sofort (Anlage zu § 2 Abs. 1 SächsFischVO).
| Fischart | Schonzeit | Mindestmaß |
|---|---|---|
| Aal | keine | 50 cm |
| Aland | keine | 20 cm |
| Äsche | 01.01. – 15.06. | 35 cm |
| Atlantischer Lachs | 01.10. – 30.04. | 60 cm |
| Bachforelle | 01.10. – 30.04. | 28 cm |
| Bachsaibling | 01.10. – 30.04. | 25 cm |
| Barbe | 15.04. – 30.06. | 50 cm |
| Große Maräne | 01.10. – 31.12. | 30 cm |
| Hecht | 01.02. – 30.04. | 50 cm |
| Karausche | 01.02. – 30.06. | 15 cm |
| Karpfen | keine | 40 cm |
| Meerforelle | 01.10. – 30.04. | 60 cm |
| Rapfen | 01.01. – 31.05. | 40 cm |
| Regenbogenforelle * | 01.10. – 30.04. | 25 cm |
| Rotfeder * | keine | 20 cm |
| Schleie | keine | 25 cm |
| Seeforelle | 01.10. – 30.04. | 60 cm |
| Seesaibling | 01.10. – 30.04. | 28 cm |
| Zander | 01.02. – 31.05. | 50 cm |
* Die Schonzeit der Regenbogenforelle sowie das Mindestmaß der Rotfeder gelten nur in Fließgewässern. Rote Zeiträume = Schonzeit, in dieser Zeit ist die Entnahme verboten.
Artenschutz
Ganzjährig geschonte Arten
Diese Arten stehen in Sachsen das ganze Jahr unter Schutz. Sie dürfen weder gezielt beangelt noch entnommen werden – ein versehentlich gefangenes Tier ist unverzüglich und schonend zurückzusetzen.
Fische & Neunaugen
- Bitterling
- Elritze
- Groppe
- Maifisch
- Nase **
- Neunaugen (alle Arten)
- Nordseeschnäpel
- Quappe **
- Schlammpeitzger
- Schmerle
- Schneider
- Steinbeißer
- Stichling (neunstachelig)
- Stör (Atlantischer & Europäischer)
- Stromgründling
- Zährte
- Zope
Krebse & Muscheln
- Abgeplattete Teichmuschel
- Bachmuschel (Kleine Flussmuschel)
- Edelkrebs (Europäischer Flusskrebs)
- Flussperlmuschel
- Gemeine Teichmuschel
- Große Flussmuschel
- Große Teichmuschel
- Malermuschel
- Steinkrebs
** Ausnahmen für Nase und Quappe
Nase: grundsätzlich ganzjährig geschont. In der Elbe gilt abweichend eine Schonzeit vom 01.01. bis 15.06. bei einem Mindestmaß von 40 cm.
Quappe: grundsätzlich ganzjährig geschont. In der Elbe, der Vereinigten Mulde und der Weißen Elster gilt abweichend eine Schonzeit vom 01.01. bis 31.03. bei einem Mindestmaß von 30 cm.
Arten ohne Schonzeit und Mindestmaß
Für einige heimische Arten gelten in Sachsen weder Schonzeit noch Mindestmaß – zum Beispiel Barsch, Döbel, Giebel, Güster, Plötze (Rotauge) und Wels. Auch hier gilt: Die Gewässerordnung des bewirtschaftenden Vereins oder Verbands kann strengere Regeln vorsehen und geht in der Praxis immer vor.
Rechtsgrundlagen
Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) vom 22. April 2022
Sächsisches Fischereigesetz (SächsFischG) vom 9. Juli 2007
Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Fassungen der Verordnungen sowie die Gewässerordnung des Anglerverbands Leipzig e.V. – Stand: Juli 2026.
